Forschungsprojekt "Wortschatzentwicklung und Wortschatzarbeit"

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Forschungsprojekt "Wortschatzentwicklung und Wortschatzarbeit bei mehrsprachigen Kindern"

Wortschatz und Wortschatzentwicklung

Projekt: Wortschatzentwicklung und Wortschatzarbeit bei mehrsprachigen Kindern im Übergangsbereich Vorschule-Schule


Beteiligte

Prof.Dr.Ludger Hoffmann (Leitung) und Dr.Yüksel Ekinci-Kocks (TU Dortmund)

Kooperationspartner

Stadt Dortmund / Familienzentrum Dürenerstraße in Dortmund, Tageseinrichtungen in Dortmund

  • Tageseinrichtungen: Dürenerstraße, Stahlwerkstraße und Stollenstraße
  • Ansprechpartner der Tageseinrichtungen: Annette Mojsa-Paul


Ausgangspunkt

Der Wortschatz ist zentral für den Aufbau des Sprach- wie des Weltverständnisses. Die spätestens seit PISA bekannten Probleme von Migrantenkindern mit der Zweitsprache Deutsch sind in hohem Maße durch unzureichenden Wortschatz bedingt. Über Aufbau und vor allem Training wissen wir bislang zu wenig, da Grammatik i.e.S. im Vordergrund stand. Hier setzt das Projekt an, das systematisch Mehrsprachigkeit (Deutsch - Türkisch) und den Transfer auf Förderungsformen im vorschulischen Bereich berücksichtigt.

Projekt

Das Forschungsteam arbeitet an einer funktionsorientierten Neukonzipierung des Sprachunterrichts in der Grundschule. Um dieses Ziel erreichen zu können wird ein Forschungsprojekt zum Thema: “Wortschatzentwicklung und Wortschatzarbeit bei mehrsprachigen Kindern im Übergangsbereich Vorschule-Schule“ an Tageseinrichtungen in Dortmund durchgeführt. Das Projekt ist als Längsschnittstudie (2 Jahre Kindergarten + 1 Jahr in der Schule) angelegt, die Entwicklungen werden regelmäßig kontrolliert und auch mit einer Vergleichsgruppe konfrontiert. Die finale Auswertung wird nach diesen drei Jahren stattfinden. Die Entwicklung des Wortschatzes ist gebunden an spezifische Gebrauchssituationen, in denen die basale und später eine flexible Verwendung in prägnanten Konstellationen erfahren werden kann.

Ablauf

In Tageseinrichtungen werden Kinder mit Zuwanderungsgeschichte zunächst zwei Jahre sowohl in der Erst- als auch in der Zweitsprache vor allem im Bereich Wortschatz (in funktionalen Feldern) und Stärkung des phonologischen Bewusstseins gefördert.

Später sollen ihre Kenntnisse und lexikalischen Kompetenzen im ersten Schuljahr der Grundschule überprüft werden, um herauszufinden, inwieweit die sprachliche Förderung beim Schriftspracherwerb, im Sachunterricht und in der mündlichen Erzählkompetenz der SchülerInnen Wirkung gezeigt hat. Den Eltern wird bereits in monatlichen Informationsveranstaltungen deutlich gemacht, wie wichtig fundierte Sprachkenntnisse sind, und sie werden in Kooperation mit der Tageseinrichtung vor dem eigentlichen Schulanfang über Möglichkeiten, ihr Kind sprachlich zu fördern, informiert. Die Eltern erhalten Tipps zur Förderung durch Sprachspiele, Reime und Kinderbücher. Besonders Bilder- und Kinderbücher, die mehrsprachig sind, werden den Eltern empfohlen. Konkrete Wortschatzarbeitssituationen werden besprochen, spielerisch erprobt und mit konkreten Verabredungen für die Umsetzung zu Hause mitgegeben. Durch die systematische Elternarbeit wird den Eltern deutlich gemacht, wie sie selbst im Alltag ihr Kind sprachlich fördern und auf die Schule besser vorbereiten können. Dieses Forschungsprojekt unterstützt zugleich die Arbeit der Erzieherinnen und entwickelt neue Modelle für die Sprachförderung.


Laufzeit

seit August 2008