Wissenschaftliches Arbeiten

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Gestaltung von Hausarbeiten und Referaten

Bei der Gestaltung von Hausarbeiten und Referaten gibt es gewisse Spielräume. Wenn Sie sich verbindlich absichern möchten, welche Art der Gestaltung zu wählen ist, fragen Sie die/den Lehrende(n), für deren/dessen Lehrveranstaltung Sie die betreffende Arbeit verfassen. Wichtige Punkte beim Aufbau und bei der Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten sind jedoch in jedem Fall eine klare Gliederung, eine übersichtliche äußere Form, ein eindeutiger Nachweis von Zitaten und Übernahmen fremden Gedankenguts sowie eine Einheitlichkeit in der Angabe von Literaturverweisen. Die nachfolgenden Hinweise haben daher den Charakter unverbindlicher Vorschläge, bei deren Einhaltung Sie (sofern die/der DozentIn Ihrer Lehrveranstaltung keine anderen Vorgaben gemacht hat) im Grunde nichts falsch machen können.

Hausarbeiten

Formaler Aufbau

  • Deckblatt (Universität, Art und Thema der Lehrveranstaltung, Semester, Name des/der Lehrenden, Thema der Hausarbeit, Verfasser/in mit Anschrift, Studienfach bzw. -fächern und Semesterzahl)
  • Inhaltsverzeichnis mit Seitenangaben
  • gegliederte Behandlung des Themas mit
    • Einleitung (Einführung in die Problemstellung bzw. Einordnung des Themas und motivierte Vorstrukturierung, d.h. Angabe des im Folgenden in welcher Reihenfolge und warum so und nicht anders Diskutierten)
    • strukturierter Darstellung im Hauptteil (d.h. mit verknüpfenden Überleitungen zwischen den einzelnen Gliederungsabschnitten)
    • Schlusskapitel (mit Zusammenfassung und ggf. resümierender Wertung und Ausblick)
    • alphabetisch geordnetem Literaturverzeichnis (ggf. getrennt nach Primär- und Sekundärliteratur)


Äußere Form

  • Blätter einseitig bedrucken, Zeilenabstand 1,5, 12-Punkt-Schrift, linker Rand ca. 3,5 cm
  • Gliederungspunkte des Inhaltsverzeichnisses erscheinen als Kapitelüberschriften
  • sorgfältiges und mehrmaliges Korrekturlesen (d.h. eine Endfassung ohne formale, grammatische oder Rechtschreibfehler erstellen)


Kurzverweise im Text

Quellenangaben zu Zitaten und zur Übernahme fremder Gedanken können entweder in Kurzverweisen im Text oder in Fußnoten vorgenommen werden. Erstes ist eher in der Linguistik üblich, letztes eher in der Literaturwissenschaft.
Die in den Text integrierten Kurzverweise haben dabei die Form (Name Erscheinungsjahr: Seite) oder (Name Erscheinungsjahr, Seite), also z.B.: (Heringer 1999: 45) oder (Heringer 1999, 45), bei zwei Autoren: (Huneke/ Steinig 2002: 197) oder (Huneke & Steinig 2002: 197), bei mehr als zwei Autoren: (Becker-Mrotzek et al. 2000: 17). (Szagun 1996: 35f.) bedeutet: S. 35 und die folgende Seite (Szagun 1996: 35ff.) bedeutet: S. 35 und die folgenden Seiten.
Quellenangaben in Fußnoten haben bei der Ersterwähnung dieselbe Form wie in der Literaturliste (s.u.), bei der Zweiterwähnung reichen der Kurztitel und die Angabe „a.a.O.“ (für „am angegebenen Ort“): Ellis, John: „Fernsehen als kulturelle Form“, a.a.O., S. 65.

Zitierweise im Text

  • Zitate im laufenden Text werden durch doppelte Anführungszeichen gekennzeichnet. Auslassungen werden durch eckige Klammern kenntlich gemacht: [...].
  • Zitate, die länger als zwei Zeilen sind, werden eingerückt und einzeilig geschrieben. In diesem Fall wird auf die doppelten Anführungszeichen verzichtet.
  • Auch die sinngemäße Übernahme fremder Gedanken muss als solche kenntlich gemacht werden: entweder als Kurzverweis im Text (mit „vgl.“ oder „s.“) oder als Fußnote (ebenfalls mit „Vgl.“ oder „S.“).
  • „Ebd.“ (Abkürzung für ‚ebenda’ = genau da) bzw. „Vgl. ebd.“ ist nur zu verwenden, wenn ein direkter Bezug auf das unmittelbar zuvor genannte Werk möglich ist.


Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis steht am Ende der Hausarbeit. Es enthält sämtliche im Text aufgeführte Werke. Werke, auf die man in der Arbeit nicht verwiesen hat, werden also nicht aufgeführt (auch wenn man sie gelesen hat!). Im Literaturverzeichnis werden alle Autoren genannt, also nicht „et al.“ verwenden; Beispiel: Becker-Mrotzek, Michael; Brünner, Gisela & Cölfen, Hermann (Hrsg.) (2000): Linguistische Berufe. Ein Ratgeber zu aktuellen linguistischen Berufsfeldern. Frankfurt a.M. u.a.: Lang.

Einfache Beispiele für Literaturangaben:

Die Regeln differieren hier, je nach dem, ob Sie eine sprachwissenschaftliche oder eine literaturwissenschaftliche Arbeit schreiben. Aber auch innerhalb der beiden Disziplinen gibt es unterschiedliche Konventionen. Insofern sollten Sie vor allem darauf achten, dass Sie Ihre Angaben einheitlich gestalten!

(a) Monographien
Für Monographien, d.h. für selbständig erschienene Literatur (also Bücher), sind im Literaturverzeichnis mindestens Autor (mit Name und Vorname, der entweder immer abgekürzt oder immer ausgeschrieben wird), Titel des Werks, Erscheinungsort und -jahr sowie die Auflage (wenn nicht die Erstauflage verwendet wurde) zu nennen, zum Beispiel:
In einer sprachwissenschaftlichen Hausarbeit:
Bumke, Joachim (1986): Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter. München.
Heringer, Hans Jürgen (1999): Das höchste der Gefühle. Empirische Studien zur distributiven Semantik. Tübingen.
In einer literaturwissenschaftlichen Hausarbeit:
Böhler, Christine: Literatur im Netz. Projekte, Hintergründe, Strukturen und Verlage im Internet. Wien 2001.
Sexl, Martin: Einführung in die Literaturtheorie. München 2004.


Üblich (und oft auch hilfreich) ist darüber hinaus die Angabe des Verlags:
In einer sprachwissenschaftlichen Hausarbeit:
Bumke, Joachim (1986): Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Heringer, Hans Jürgen (1999): Das höchste der Gefühle. Empirische Studien zur distributiven Semantik. Tübingen: Stauffenburg.
In einer literaturwissenschaftlichen Hausarbeit:
Böhler, Christine: Literatur im Netz. Projekte, Hintergründe, Strukturen und Verlage im Internet. Wien: Triton 2001.
Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München: Beck (3. Aufl.) 2002.
Ein Herausgeber ist als solcher zu kennzeichnen, z.B. Rupp, Heinz (Hrsg.) (1976): Nibelungenlied und Kudrun. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
Fehlt in einem Werk die Angabe des Erscheinungsjahres, so setzt man an seiner Stelle „o. J.“ (für „ohne Jahr“).


(b-1) Zeitschriftenaufsätze
In einer sprachwissenschaftlichen Hausarbeit:
Eisenberg, Peter & Feilke, Helmuth (2001): Rechtschreiben erforschen. In: Praxis Deutsch 28, Heft 170, 6-15.
In einer literaturwissenschaftlichen Hausarbeit:
Becker, Sabina: Literatur der Weimarer Republik. Literaturgeschichte als Mediengeschichte, in: Der Deutschunterricht, H. 6, 2003, S. 54-64.


(b-2) Aufsätze aus Sammelbänden
In einer sprachwissenschaftlichen Hausarbeit:
Ehlich, Konrad (1983): Alltägliches Erzählen. In: Sanders, Willy & Wegenast, Klaus (Hrsg.): Erzählen für Kinder – Erzählen von Gott. Stuttgart: Kohlhammer, 128-150.
In einer literaturwissenschaftlichen Hausarbeit:
Ellis, John: Fernsehen als kulturelle Form, in: Grundlagentexte zur Fernsehwissenschaft. Theorie – Geschichte – Analyse, hg. von Ralf Adelmann, Jan O. Hesse, Judith Keilbach, Markus Stauff u. Matthias Thiele, Konstanz: UVK 2002, S. 44-73.
Lachmann, Renate / Schahadat, Schamma: Intertextualität, in: Literaturwissenschaft. Ein Grundkurs, hg. von Helmut Brackert u. Jörn Stückrath, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt (5. Aufl.) 1997, S. 677-686.


(c) Internetquellen
Hier sollten Sie immer das Datum angeben, an dem Sie die jeweilige Site geöffnet haben; Beispiel: (http://philosophy.uoregon.edu/metaphor/lakoff-l.htm, 10.4.2004)


Weiterführende Literatur zum wissenschaftlichen Arbeiten

  • Andermann, Ulrich; Drees, Martin; Grätz, Franz (2006): Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? Ein Leitfaden für das Studium und die Promotion. Mannheim: Bibliographisches Institut.
  • Eco, Umberto (1998): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Heidelberg: Müller.
  • Krämer, Walter (1999): Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? Frankfurt a.M./ New York: Campus Verlag
  • Kruse, Otto (1994): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. Frankfurt a. M.: Campus Verlag.
  • Moenninghoff, Burkhard / Meyer-Krentler, Eckhardt (2003): Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. München: Fink (UTB).
  • Poenicke, Klaus (1998): Die schriftliche Arbeit. Mannheim/ Wien/ Zürich: Dudenverlag.
  • Standop, Ewald (1998): Die Form der wissenschaftlichen Arbeit. Heidelberg/ Wiesbaden: Quelle und Meyer.
  • Tipps und Informationen zum Zitieren von Internetquellen: http://www.mediensprache.net/de/publishing/zitieren/


Warnung vor Betrug

Die Lehrenden des Instituts legen daher besonderen Wert darauf, dass Sie in Ihren Hausarbeiten den Unterschied zwischen fremdem Gedankengut und eigenen Gedanken eindeutig kenntlich machen und wörtliche Übernahmen aus fremden Texten durchgängig als Zitate auszeichnen und mit entsprechenden Belegangaben versehen. Bedenken Sie stets, dass die Übernahme von Textpassagen aus fremden Texten (auch in umformulierter Form) ohne Anbringung entsprechender Literaturverweise ebenso als Betrugsversuch gewertet wird wie die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel im Rahmen einer Klausur. Erfahrungsgemäß sind Fälle der unausgewiesenen Übernahme fremden Textguts in eigene Hausarbeiten leicht aufzudecken. Beispielsweise sind die einschlägigen „Hausarbeitenbörsen“ im Internet den Lehrenden des Instituts gut bekannt und werden in regelmäßigen Abständen hinsichtlich neu hinzugekommener Arbeiten gesichtet. Des Weiteren gibt es spezielle Recherchesoftware, die auf die Aufdeckung von Internet-Plagiaten in Hausarbeiten spezialisiert ist. Die Konsequenzen aus nachweislichen Betrugsversuchen im Rahmen wissenschaftlicher Hausarbeiten reichen von der Aberkennung von Studienleistungen bis hin zum Ausschluss aus Prüfungsverfahren.

Referate

Referate sind zum mündlichen Vortrag bestimmt. Damit die ZuhörerInnen besser folgen können, sollten Sie auf der Grundlage von Stichwortzetteln frei sprechen und dabei Medien einsetzen. Sinnvoll ist immer auch ein Thesenpapier für Ihre KommilitonInnen. Erstellen Sie die ausformulierte schriftliche Fassung auf jeden Fall erst nachträglich. Nur so können Sie Ergebnisse der Seminardiskussion einarbeiten. Hinweis: Die formalen Regeln für die schriftliche Fassung eines mündlich gehaltenen Referats sind dieselben wie für Hausarbeiten.