Literaturverzeichnis und Zitieren in sprachwissenschaftlichen Arbeiten

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Auf dieser Seite haben wir Tipps zum Literaturverzeichnis und zum Zitieren speziell in sprachwissenschaftlichen Arbeiten für Sie zusammengestellt. Die nachfolgenden Informationen können Sie auch im pdf-Format herunterladen.


Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis am Ende einer wissenschaftlichen Arbeit werden alle zitierten oder erwähnten Titel alphabetisch aufgeführt, die Sie gelesen und in der Arbeit erwähnt haben. Für die äußere Form von Literaturangaben gibt es verschiedene Standards. Wichtig ist vor allem, dass Sie die gewählte Form konsequent beibehalten. Dabei können Sie sich an folgenden Musterbeispielen orientieren.

Monographie

Derrida, Jacques (1974): Grammatologie [frz.1967]. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Sammelband

Brünner, Gisela/Graefen, Gabriele (Hg. 1994): Texte und Diskurse. Methoden und Forschungsergebnisse der Funktionalen Pragmatik. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Sammelbandbeitrag

Bucher, Hans-Jürgen (1996): Textdesign – Zaubermittel der Verständlichkeit? Die Tageszeitung auf dem Weg zum interaktiven Medium. In: Hess-Lüttich, Ernest W.B./Holly, Werner/Püschel, Ulrich (Hg.): Textstrukturen im Medienwandel. Frankfurt/M. u.a.: Peter Lang, S. 31-59.

Zeitschriftenbeitrag

Clement, Ute (1999): Virtuelle Hochschule – ganz offen. In: Das Hochschulwesen 47, S. 143-148.

Tagungsbeitrag

Glowalla, Ulrich/Schoop, Eric (Hg. 1992): Hypertext und Multimedia. Neue Wege in der computergestützten Aus- und Weiterbildung. GI-Symposium Schloß Rauischholzhausen, Tagungsstätte der Universität Gießen, 28.20.1992. Berlin u.a.: Springer.

Wörterbuch/Grammatik

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten der Gestaltung, je nachdem, ob das Werk von einem einzelnen Autor oder von einem Autorenkollektiv verfasst wurde, bzw. ob das Werk unter dem Namen des Autors oder dem des Verlags bekannt ist.

  • Im Falle eines einzelnen Autors entspricht die Form der Literaturangabe der einer Monographie:

Eisenberg, Peter (2006): Grundriss der deutschen Grammatik, Bd.1-2. Stuttgart: Metzler.

  • Im zweiten Fall werden Titel und Herausgeber zuerst genannt

Duden. Deutsches Universalwörterbuch. 4., neu bearb. u. erw. Aufl. 2001. Mannheim u. a.: Dudenverlag.


Wichtig: Bei Wörterbüchern und Grammatiken ist stets die verwendete Auflage mit anzugeben, da sie ständigen Änderungen unterworfen sind.

Internet-Quelle

Runkehl, Jens/Schlobinski, Peter/Siever, Torsten (2000). Sprache und Kommunikation im Internet. <http://www.mediensprache.net/de/publishing/publizieren/muster/html1/index.htm>. 23.04.2009

Wichtig: Da das Internet ein sehr schnelllebiges Medium ist und sich die Inhalte von Internetseiten von einem Tag auf den anderen ändern können, muss unbedingt das Datum angegeben werden, an dem Sie die Seite zuletzt aufgerufen bzw. das Dokument heruntergeladen haben.
Sollte der Autorname nicht ermittelbar sein, wird die herausgebende Organisation angegeben (z.B. ARD, ZDF). Ist auch dies nicht möglich, geben Sie "N.N." an. Ist das Jahr der Veröffentlichung nicht ersichtlich, wird "o.J." angegeben ("ohne Jahr").
Ausführliche Hinweise zum Zitieren von Internet-Quellen finden Sie im Internet unter http://www.mediensprache.net/de/publishing/zitieren.

Tipp: Sie ersparen sich viel Arbeit, wenn Sie das Literaturverzeichnis beim Schreiben Ihrer Arbeit ständig aktualisieren, indem Sie ein zitiertes Werk sofort in die Literaturliste aufnehmen. So gehen Sie sicher, keine Literaturangabe vergessen zu haben.
Um sicherzustellen, dass Ihre Literaturangaben vollständig und korrekt sind, empfiehlt es sich, beim Kopieren von Aufsätzen aus Büchern oder Zeitschriften immer das Impressum sowie das Inhaltsverzeichnis mit zu kopieren. Dadurch haben Sie alle wichtigen Angaben beisammen und brauchen später nicht mehr danach zu suchen.


Zitieren im Text

Die Übernahme fremder Gedanken, ob wörtlich oder sinngemäß, muss immer als solche gekennzeichnet werden. Quellenangaben zu Zitaten werden mit Kurzverweisen im Text direkt nach dem Zitat vorgenommen; Fußnoten sind in der Sprachwissenschaft nicht üblich. Kurzverweise haben folgende Form:

(Autor Erscheinungsjahr: Seite) oder (Autor Erscheinungsjahr, Seite)


Beispiele:

  • ein Autor: (Bucher 1996: 32) oder (Bucher 1996, 32)
  • zwei Autoren: (Ehlich/Rehbein 1994: 317) oder (Ehlich/Rehbein 1994, 317)
  • mehr als zwei Autoren: (Haase et al. 1997: 64 ) oder (Haase et al. 1997, 64 )


Kürzere wörtliche Zitate werden in den laufenden Text integriert und in Anführungszeichen gesetzt. Beispiel:
"Diskurstypen werden bestimmt durch ihr thematisches Zentrum, das durch Abstraktion aus ihren propositionalen Gehalten zu gewinnen ist" (Hoffmann 1983, 144).

Längere Zitate, die über mehr als zwei Zeilen gehen, werden vom Text abgesetzt, eingerückt und einzeilig geschrieben und müssen nicht mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden.

Beispiel:

Äußerungsakte fallen nicht in Isolation. Deshalb ist für deren angemessene Modellierung im Diskurs die Verbalisierung des propositionalen Gehalts diskursanalytisch insofern zu dynamisieren, als sich das sprachliche Handeln der beteiligten Aktanten im Zusammenhang mit einem (gemeinsamen)Diskurswissen entwickelt (Rehbein 1995: 18).


Auch ein sinngemäßes Zitat, d.h. die Umschreibung fremden Gedankenguts in eigenen Worten, muss als solches kenntlich gemacht werden, und zwar durch einen Kurzverweis der Form

(vgl. Autor Erscheinungsjahr: Seite) oder (vgl. Autor Erscheinungsjahr, Seite).



Folgen mehrere Zitate aus demselben Werk aufeinander, so werden Autor und Erscheinungsjahr jedes Mal neu angegeben. Die Abkürzung "ebd." (für "ebenda") ist in der Linguistik nicht üblich.

Ein Zitat, das bereits aus einer anderen Quelle als Zitat übernommen wurde, d.h. ein Zitat "aus zweiter Hand" wird folgendermaßen gehandhabt: Im Text wird es wie ein normales Zitat behandelt, doch in der Quellenangabe muss auf die Originalquelle verwiesen werden.

Beispiel:

"Das wahre Objekt für den Sprachforscher sind vielmehr sämtliche Aeusserungen der Sprechtätigkeit an sämtlichen Individuen in ihrer Wechselwirkung aufeinander" (Paul 1880: 249, zit. n. Rehbein 1995: 6).


Es ist nicht unbedingt notwendig, alle bibliographischen Angaben der Originalquelle anzugeben. Wenn Sie dies tun möchten, sollten Sie aber eine Fußnote anlegen, da ein zu langer Verweis den Lesefluss stören würde.

Weiterführende Literatur zum wissenschaftlichen Arbeiten

  • Andermann, Ulrich; Drees, Martin; Grätz, Franz (2006): Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? Ein Leitfaden für das Studium und die Promotion. Mannheim: Bibliographisches Institut, 2006.
  • Eco, Umberto (1987): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Heidelberg: Müller.
  • Κrämer, Walter (1999): Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag
  • Kruse, Otto (1994): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. Frankfurt a. M.: Campus Verlag.
  • Standop, Ewald (1998): Die Form der wissenschaftlichen Arbeit. Heidelberg/Wiesbaden: Quelle und Meyer.
  • Tipps und Informationen zum Zitieren von Internetquellen: http://www.mediensprache.net/de/publishing/zitieren/