Kidsmart - Medienkompetent zum Schulübergang

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„Kidsmart – Medienkompetent zum Schulübergang“

Forschungs- und Interventionsprojekt zum Abbau von Bildungsbenachteiligung in der Frühen Bildung durch integrative Medienbildungsmaßnahmen

Gesellschaftliche Teilhabe ebenso wie beruflicher Erfolg hängen von den individuellen Fähigkeiten ab, sich in, mit und durch Medien zu artikulieren. Bereits vor dem Eintritt in die Grundschule geht in Deutschland jedoch eine Bildungsschere auf, die auch die Bereiche der literarischen und medialen Kompetenz betrifft. Bisher wird gerade im Vorschulbereich der Medienbildung allerdings wenig Bedeutung eingeräumt. Aktuelle Medienforschungen zeigen, dass eine möglichst frühe Medienerziehung das spätere Mediennutzungsverhalten und die Medienkompetenz entscheidend prägt.


Das Gesamtprojekt soll

- modellhaft dem Kita-Personal als langfristige Multiplikatoren Medienkompetenzen und didaktische Umsetzungshilfen anbieten, da Studien gezeigt haben, dass das Kita-Personal immer noch ungenügend auf mediengestützte Bildungsarbeit vorbereitet ist.

- die Überzeugung vermitteln, dass durch Medienprojekte die Bildungsunterschiede v.a. bei Kindern mit Migrationshintergrund zum Schulbeginn auszugleichen sind – in möglichst vielen Kompetenzbereichen und zugleich im Querschnittbereich Medienkompetenz.

- diese Projekte wissenschaftlich begleiten, um Aussagen machen zu können über die Medienrealität von 4- bis 5-jährigen Kindern und deren Familien, über die Medienkompetenz von ErzieherInnen in Kitas und über die Wirkung solcher Interventionen in der frühen Bildung.

- über die Kitas interessierten Eltern für den Bereich der Medienkompetenzvermittlung wichtige Informationen und Erziehungsunterstützung vermitteln.

- durch die Einbindung von Lehramtsstudierenden der TU Dortmund einen Kompetenzgewinn auch bei den zukünftigen Lehrkräften erreichen, den Schulübergang v.a. für Kinder aus bildungsbenachteiligten Milieus zu gestalten.

Eingebettet in die Themen der konkreten Kita-Arbeit werden Medienprojekte mit den ErzieherInnen erarbeitet, die die Kinder befähigen, ein breites Medienangebot, von Buch bis PC, kreativ zu nutzen. Damit wird ein Gegengewicht zur gängigen eher passiven Mediennutzung geboten, das die Kinder langfristig befähig, Medien als Lernangebot ebenso zu nutzen wie als Mittel zu kreativer Unterhaltung. Die Studierenden Coaches sowie das Betreuungs- und Erziehungspersonal wird vorbereitet, die Kinder in den Einrichtungen für erste Kompetenzen zum Medienpass NRW fit zu machen und außerdem die traditionelle Leseförderung zu intensivieren: Medienbildung auf breiter Basis ist Ziel unserer Arbeit. Diese Projektarbeit wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Zu mehreren Messzeitpunkten werden die Kompetenzen der Kita-Kinder ebenso erfasst wie das familiale Umfeld sowie die Medienkompetenz der ErzieherInnen in den Kitas. Methodisch wird ein breites Vorgehen gewählt, bei dem neben Fragebögen in sieben Sprachen auch teilnehmende Beobachtung und Tiefeninterviews zum Einsatz kommen.

Kernelement des ganzen Programms sind die konkreten Medienprojekte vor Ort in den Kitas. Unterstützt von den Studierenden der TU Dortmund, erarbeiten die Kitas auf der Basis ihren Interessen und ihrer bisherigen Erfahrungen medial realisierbare Themenfelder.


Warum Dortmund?

Als Projekt-Ort bietet sich Dortmund an, da an diesem alten Industriestandort rund 56% der unter 6-Jährigen Migrationshintergrund haben.


Wer führt das Gesamtprojekt durch?

• Prof'in Dr. Gudrun Marci-Boehncke, Institut für deutsche Sprache und Literatur, Fakultät Kulturwissenschaften der TU Dortmund (Leitung, Konzeption, Durchführung, Auswertung)

• Prof. Dr. Matthias Rath, Fakultät Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, Leiter der Forschungsstelle Jugend - Medien - Bildung (Leitung, Konzeption, Durchführung, Auswertung)

Stadt Dortmund (Bereitstellung der Kitas und technische Unterstützung vor Ort)

IBM Deutschland (PC-Ausstattung der Kitas im Rahmen ihres CSR-Engagements)

Gfmbf – Gesellschaft für Medienbildungsforschung, Witten (finanzielle und organisatorische Unterstützung des Projekts)


Zahlen

• 21 Kitas mit je zwei Multiplikatoren

• Ca. 400 Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren

• Ca. 20 Studierende der TU Dortmund

• 26 KidSmart-Stationen

• 18 Fortbildungstermine für Multiplikatoren

• Eines der größten interventiven Forschungsprojekte zur Medienkompetenzvermittlung in der Frühen Bildung in Deutschland

• Unterstützung der Kitas mit pädagogischem Material der durchführenden Wissenschaftler („Medienkompetenz für ErzieherInnen“, Bände I und II)

• Dauer des Projekts: zunächst Oktober 2010 bis Juli 2011


KidSmart goes OGS

Inzwischen ist der erste Teil der Studie abgeschlossen, die in den Kitas betreuten und beobachteten Kinder sind in die Schule gekommen. Einige von Ihnen betreuen und beobachten wir in ihrer KidSmart-Arbeit in den Offenen Ganztagsschulen weiter. Zu diesem Zweck sind weitere 23 Offene Ganztagseinrichtungen in Dortmund mit Stationen ausgestattet worden und erneut begleiten Studierende der TU Dortmund die Projektarbeit zusammen mit den Kräften in der OGS. Auch diese Mitarbeiterinnen sind alle in einer zweitägigen Schulung auf die pädagogische Arbeit vorbereitet worden, die Studierenden während eines Semesters. Auch dieser Projektteil wird evaluiert. Damit liegt dann eine kleine Langzeitstudie vor, in der einige Kinder über drei Jahre begleitet werden.

Ganzschriften:

Jahr 2013

  • Kinder - Medien - Bildung. Eine Studie zu Medienkompetenz und vernetzter Educational Governance in der Frühen Bildung. (Zus. mit M. Rath. Unter Mitarbeit von Anita Müller und Habib Günesli). Kopäd: München (in Druck)

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Aufsätze:

Jahr 2013

  • Marci-Boehncke, Gudrun/Strehlow, Sarah Kristina: "Am Computer lese ich viel gerner" - Medien- und Lesekompetenzförderung in medienintegrierenden Projekten im Offenen Ganztag. In: Jahrbuch Medien im Deutschunterricht 13, Hg. v. Achim Barsch und Olaf Gätje. München (in Druck).
  • Marci-Boehncke, Gudrun/Müller, Anita/Sarah Kristina Strehlow: „Und der Computer gehört auch zu mir.“ – Frühe Medienbildung im Kita-Alter. in: MERZ 2/13, Medien und Frühe Kindheit. (in Druck)
  • Marci-Boehncke, Gudrun: Keine Kalorien und keine Vitamine. WIe viele und welche Medien tun Kindern gut?. In: Medien Concret. Magazin für die pädagogische Praxis. Heft 1.13. S. 56-60

Jahr 2012

  • Marci-Boehncke, Gudrun: Keine Bildung ohne Medien - kein Singen ohne Töne. Warum Medienbildung „von Anfang an“ notwendig ist. Ein Kommentar zu den neuen Bildungsgrundsätzen in NRW. In: Jugendhilfereport.02.12, S. 18-23
  • Marci-Boehncke, Gudrun/Müller, Anita/Sarah Kristina Strehlow: Das Ypsilon in der Astgabel - Wie Kita-Kinder mit digitalen Medien die Welt und die Sprache erkunden. In: Brinkmann, Erika/Valtin, Renate (Hrsg.): Lesen- und Schreibenlernen mit neuen Medien. DGLS 14, S. 102-122
  • Müller, Anita/Marci-Boehncke, Gudrun/Rath, Matthias: KidSmart - Medienkompetent zum Schulübergang. Konzeption und erste Ergebnisse eines Interventions- und Forschungsprojekts zum Abbau von Bildungsbenachteiligung in der frühen Bildung. In: Medienimpulse.at. 1/2012 http://www.medienimpulse.at/articles/view/393
  • Marci-Boehncke, Gudrun/Rath, Matthias/Müller, Anita: KidSmart - Medienkompetent zum Schulübergang: Erste Ergebnisse einer Forschungs- und Interventionsstudie zum Medienumgang in der Frühen Bildung. in: MedienPädagogik Online, Themenheft 22. [1]

Jahr 2011

  • Marci-Boehncke, Gudrun/Rath, Matthias: Skypen mit der Oma in der Ukraine. Neue Medien im Kindergartenalter. In: ProJugend 3/2011, S. 4-7
  • Marci-Boehncke, Gudrun : Medienkompetente Erzieherinnen. In: Kindergarten heute. 2/2011, S. 8-15
  • Marci-Boehncke, Gudrun: Verantwortungskooperationen zur Medienbildung: Zwischen Selbstsozialisation und Erziehungsverantwortung - Ein Blick auf die Frühe Bildung. In: Heimbach-Steins, Marianne/Kruip, Gerhard (Hrsg.): Kooperative Bildungsverantwortung. Sozialethische und pädagogische Perspktiven auf "Educational Governance".Forum Bildungsethik, Bd. 9, S. 143-160