Informationen zum DaF-/DaZ-Zertifikat

Aus StudiGer
Wechseln zu: Navigation, Suche


WICHTIGE HINWEISE!

Neuregelung ab Sommersemester 2012 aufgrund der hohen Nachfrage und der zur Verfügung stehenden beschränkten Kapazitäten:

  • die Anmeldung für das Zertifikat muss spätestens im 4. Studiensemester erfolgen;
  • zugelassen werden nur Fachstudierende (Deutsch als Hauptfach (bei Grundschullehramt LABG 2009: Deutsch als vertieftes Fach) bzw. Kernfach im Lehramt und in den Angewandten Sprachwissenschaften).

Aktuell empfehlen wir, für das Praktikum auch die Spracharbeit mit Asylbewerbern in den Blick zu nehmen. Sie können sich dazu gern beraten lassen.

Allgemeines

An der Universität Dortmund haben Sie die Möglichkeit, die Zusatzqualifikation "Zertifikat Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache" im Rahmen Ihres Germanistikstudiums zu erwerben. Mit diesem Zertifikat erlangen Sie die Qualifikation, Unterricht in den Bereichen Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache zu erteilen.
Zertifikat jpg.jpg

Durch diese Qualifikation können Sie zum einen Ihre Chancen bei den sogenannten "schulscharfen" Ausschreibungen an Schulen mit einem hohen Anteil von SchülerInnen mit Migrationshintergrund erhöhen. Zum anderen haben Sie die Möglichkeit, für die verschiedenen Institutionen zu arbeiten, die Sprachkurse im Bereich Deutsch als Fremdsprache im In- oder Ausland anbieten. Das Zertifikat Deutsch als Fremd-/Zweitsprache kann von Lehramts- und BA/MA-Studierenden (Hauptfach bzw. Kernfach Germanistik, Angew. Sprachwissenschaften) der TU Dortmund im Rahmen ihres Studiums erworben werden.
Wir empfehlen: Beginnen Sie frühzeitig mit dem Zertifikatsstudium, also schon zu Studienbeginn! Planen Sie insgesamt sechs Semester dafür ein. Bedenken Sie dabei auch die derzeit sehr hohe Auslastung unserer Studiengänge.

Wichtiger Hinweis für Studierende der UAMR-Hochschulen Ruhr-Universität Bochum und Universität Duisburg-Essen: Die DaF-/DaZ-Veranstaltungen des Instituts sind derzeit sehr stark ausgelastet . Es ist daher zur Zeit für Externe kaum möglich, die für das Zertifikat erforderlichen Veranstaltungen zu besuchen. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir die Erstversorgung unserer Studierenden, für die das ja auch normale Modulveranstaltungen sind, sicher stellen müssen.

So erwerben Sie das Zertifikat

  • Sie können das Zertifikat erwerben, wenn Sie Germanistik als Hauptfach bzw. Kernfach an der TU Dortmund studieren.
  • Sollten Sie Germanistik als Student/Studentin der Angewandten Kulturwissenschaften, der Rehabilitationswissenschaften (kleines Fach) oder des Didaktischen Grundlagenstudiums studieren (nur bis einschließlich WS 11/12 möglich), müssen Sie zusätzlich nachweisen, dass Sie eine grundlegende Grammatikveranstaltung erfolgreich absolviert haben (Studienleistung, Bestehen der Aktiven Teilnahme). Studierende der Angewandten Kulturwissenschaft müssen auch das erfolgreiche Absolvieren der Einführung in die Sprachwissenschaft nachweisen. '
  • Anmeldung: Zunächst „immatrikulieren“ Sie sich per E-Mail mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Matrikelnummer unter daf_uni_dortmund@gmx.de Bitte hängen Sie Ihre eingescannte Studienbescheinigung an. (Auf diese E-Mail erhalten Sie keine Rückmeldung. Mit dem Versand ist Ihre "Einschreibung für das Zertifikat" abgeschlossen.) Die Anmeldung für das Zertifikat muss spätestens im 4. Studiensemester erfolgen;
  • Sie belegen zusätzlich zu Ihrem germanistischen Studium 7 Veranstaltungen aus den Bereichen Deutsch als Fremdsprache und/oder Deutsch als Zweitsprache. Im LSF ist angezeigt, was gewählt werden kann. Die Veranstaltungen sind ansonsten auch für das normale Studium anrechenbar, wenn sie sich in die Studienordnungen/Module einfügen. Nach Möglichkeit sollte zu Beginn eine Einführung in das Fach DaF/DaZ besucht werden.
  • Sie schließen sechs dieser Veranstaltungen mit der aktiven Teilnahme, also 2 CP, ab. In einer siebten Veranstaltung erwerben Sie 3 CP. Diese Veranstaltung ist frei wählbar, ausgeschlossen sind jedoch DaZ-Grundlagen und die Einführung in das Fach Deutsch als Fremdsprache. Eine Note ist in diesem Zusammenhang nicht relevant. Im LSF finden Sie alle Veranstaltungen, die für das Zertifikat anrechenbar sind. Eine Veranstaltung darf auch aus der Literatur sein, wenn sie einschlägig ist (Migrationsliteratur z. B.). Die 3 CP müssen in einer der germanistisch-linguistischen Veranstaltungen erbracht werden.
  • Sie absolvieren ein 80stündiges Praktikum im Bereich Deutsch als Fremdsprache oder Deutsch als Zweitsprache (70 Hospitationsstunden, 10 eigene Unterrichtsstunden) und verfassen einen Praktikumsbericht, wofür Sie wiederum 3 CP erwerben. Wichtige Hinweise zum Praktikum finden Sie auf einer separaten Seite. Voraussetzungen für das Praktikum sind folgende: Sie werden von einem für DaZ ausgewiesenen Ansprechpartner betreut. In der Institution (Schule, VHS, Auslandsgesellschaft, Sprachenzentrum etc.) findet eigenständiger Sprachförderunterricht statt. Bevor Sie das Praktikum antreten, unterzeichnet Herr Langenbach den Praktikumsplatz auf dem Formular "Praktikumsbescheinigung".
  • Erforderlich sind Sprachkurse im Umfang von 4 CP, das sind üblicherweise 2 Sprachkurse, es kann aber auch ein vierstündiger Kurs sein, der 4 CP erbringt. Für die Kurse sind Erst-/Muttersprache und Schulsprachen (Englisch, Französisch, Latein, Altgriechisch) ausgeschlossen. Empfohlen werden die Sprachen europäischer Migration (insbes. Türkisch, Arabisch, Russisch, Kurdisch, Farsi, Spanisch, Italienisch). Es ist sehr sinnvoll, die beiden Kurse in einer Sprache zu machen, sie vielleicht auch noch zu vertiefen (u.a. durch einen Aufenthalt in dem betreffenden Land). Möglich sind aber auch Kurse in verschiedenen Sprachen, hier wäre eine Fortführung wünschenswert und wird empfohlen. Die Kurse können am Sprachenzentrum der Universität absolviert werden. Kurse anderer Veranstalter (z.B. im Ausland), die ein entsprechend hohes Niveau haben müssen, können nur nach vorheriger Rücksprache in der Sprechstunde von Herrn Langenbach angerechnet werden.


Lehrveranstaltungen

Zum Lehrgebiet DaF/DaZ gehören Veranstaltungen aus den folgenden Themenfeldern:

  • Zweitspracherwerb, Zweisprachigkeit (Bilingualismus), Mehrsprachigkeit
  • Schrifterwerb unter der Bedingung der Mehrsprachigkeit
  • Sprache und Kultur
  • Interkulturelle Kommunikation
  • Migrationsliteratur
  • Sprachvergleich (z.B. Deutsch-Türkisch, Deutsch-Russisch)
  • Sprachstrukturen von Herkunftssprachen
  • Fach- und Wissenschaftssprache(n)
  • Fremdsprachendidaktik; Didaktik des Deutschen als Fremdsprache
  • Unterricht in mehrsprachigen Klassen
  • Spracharbeit mit Asylbewerberinnen/-bewerbern bzw. Flüchtlingen
  • Lehrmittelanalyse und Lehrmaterialerstellung
  • Sprachstandsdiagnose, Sprachtests


  • Eine Abschlussprüfung für das Zertifikat ist nicht vorgesehen.


Formular für die Veranstaltungen

  • Sie brauchen ein Formular, auf dem Veranstaltungen und Leistungen bescheinigt werden. Das Formular liegt auch im Foyer aus. Aus dem Formular erstellen wir eine Bescheinigung, die der Urkunde beiliegt. Das Datum, zu dem die erste anzurechnende Veranstaltung bescheinigt wird, bestimmt auch den Laufzettel.

Praktikum im Bereich Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache

Es ist erforderlich, ein Praktikum im Bereich Deutsch als Zweitsprache oder Fremdsprache (Schule, Vorschule, für Migranten, Asylbewerber/Flüchtlinge, Studierende etc.) mit eigenem Unterricht zu absolvieren. Das Praktikum kann im Inland oder im Ausland (besonders, wenn der Schwerpunkt auf Deutsch als Fremdsprache liegt) absolviert werden. Es umfasst 80 Stunden, davon sollte ca. 70 Stunden hospitiert werden und mind. 10 eigene Unterrichtsstunden gehalten werden. Über das Praktikum ist eine Bescheinigung der Institution, bei der es absolviert wurde, vorzulegen. Ein Bericht von mindestens 12 S. Länge über das Praktikum, der die gemachten Erfahrungen kritisch aufarbeitet, ist von einer/m Lehrenden des Instituts abzuzeichnen. Der Praktikumsbericht kann nach Absprache bei allen prüfungsberechtigten Lehrenden abgegeben werden, die Seminare für das DaF-/DaZ-Zertifikat anbieten. Dies Praktikum ist für Studierende, die im WS 2006/2007 mit dem Studium oder mit dem Zertifikat begonnen haben, obligatorisch. Denen, die vorher begonnen haben, sei ein solches Praktikum dringend empfohlen.

Während des Praktikums ist ein Bericht im Rahmen eines Portfolios zu verfassen. Der Bericht umfasst:

  • eine Beschreibung der Institution,
  • eine Beschreibung der Lerngruppe(n),
  • die Erfüllung der Beobachtungsaufgaben,
  • einen Unterrichtsentwurf,
  • fünf Unterrichtsskizzen,
  • die Reflexion des Praktikums.


Beobachtungsaufgaben:

Für jede der Beobachtungsaufgaben sollten Sie sich mindestens ein bis zwei Hospitationsstunden Zeit nehmen. Bitte beachten Sie, dass Sie einige der Beobachtungsaufgaben erst gegen Ende des Praktikums erfüllen können. Beobachtungsaufgaben dienen nie dazu, eine Lehrperson zu beurteilen. Sie helfen Ihnen, unterschiedliche Unterrichtsstile schon erfahrener DaF- oder DaZ-Lehrer kennen zu lernen und Ihren eigenen Stil zu finden. Bitte beachten Sie dies sowohl bei Ihren Beobachtungen als auch beim Verfassen Ihres Berichts.


Folgende Beobachtungsaufgaben sind während des Praktikums zu erfüllen:

  • Beschreiben und reflektieren Sie die Interaktionen in der Lerngruppe.
  • Beschreiben und reflektieren Sie das mündliche Korrekturverhalten der Lehrperson.
  • Beschreiben und reflektieren Sie das schriftliche Korrekturverhalten der Lehrperson.
  • Beschreiben und reflektieren Sie die Lehrersprache.
  • Beschreiben und reflektieren Sie die verschiedenen angewandten Methoden.
  • Welchen Stellenwert nehmen die vier Fertigkeiten ein? Beschreiben und reflektieren Sie.
  • Welchen Stellenwert hat die Phonetik im Unterricht? Beschreiben und reflektieren Sie.
  • Welchen Stellenwert hat der Grammatikunterricht?
  • Welchen Stellenwert hat Kommunikation im Unterricht?
  • Wie werden Landeskunde bzw. sprachlich-kuturelle, interkulturelle, religiöse Aspekte im Unterricht behandelt?


Folgende Fragen können Ihnen bei der Praktikumsreflexion helfen:

  • Wie stelle ich Kontakt zu den Lernenden her? Wie sorge ich für eine konstruktive Atmosphäre im Unterricht?
  • Wie formuliere ich Aufgabenstellungen - wie nachvollziehbar sind sie?
  • Haben die Lernenden in meinem Unterricht ausreichend Zeit zu sprechen? Handelt es sich um einen kommunikativen Unterricht?
  • Ist mein Unterricht dem Lern- und Leistungsstand der Lernenden angemessen?
  • Wie halte ich es mit der Fehlerkorrektur?
  • Bin ich fachlich kompetent? Habe ich in einigen Bereichen Nachholbedarf?
  • Wie beteilige ich die Lernenden am Unterricht? (Lerneraktivierung)
  • Wie schaffe ich Transparenz über Inhalt und Ziele meines Unterrichts? Wissen die Lerner, wozu sie den behandelten Stoff brauchen?
  • Wie kompetent bin ich im Umgang mit MP3-Player, Kassettenrekorder, CD-Player, Videorekorder, Overheadprojektor, Computer, Beamer, Standardsoftware und Internet? Wie visualisiere ich? (Medieneinsatz, Tafelbild)
  • Kann ich ergebnisorientierte Unterrichtsgespräche leiten, an denen sich viele Lerner beteiligen? (Moderation)
  • Welche unterschiedlichen Feedback-Methoden wende ich in meinem Unterricht an?
  • Welche Rituale begleiten und strukturieren meinen Unterricht?
  • Wie komme ich mit der Zeiteinteilung klar?
  • Wie flexibel bin ich im Laufe des Unterrichtsgeschehens?
  • Wie erläutere ich Bedeutungen unbekannter Wörter? Wie erkläre ich grammatische Regeln?
  • Spreche ich laut / deutlich / langsam genug? Wie viel Dialekt ist in meiner Sprache?
  • Wie gut kenne ich die Lernenden - ihre Kompetenzen, ihre Probleme, ihre Interessen?
  • Beziehe ich die Kompetenzen und Interessen der Lernenden in die Auswahl meiner Themen und die Gestaltung meines Unterrichts ein?
  • Gibt es in meinem Unterricht unterschiedliche Angebote für unterschiedlich leistungsstarke und unterschiedlich interessierte Lerner? (Binnendifferenzierung)
  • Welche expliziten Regeln gelten in meinem Unterricht? Welche Konsequenzen gibt es, wenn Regeln nicht eingehalten werden?
  • Wahre ich eine ausgewogene Balance von Nähe und Distanz im Umgang mit den Lernenden?
  • Kann ich am Beginn einer Unterrichtsstunde schnell Aufmerksamkeit herstellen?
  • Welchen Anteil haben Phasen des selbstständigen Lernens an meinem Unterricht? Kenne ich verschiedene Methoden des selbstständigen Lernens und verfüge ich über genügend Know How, diese in meinem Unterricht zu praktizieren? (Richtung auf Lernerautonomie)
  • Welche sinnvollen Lernstrategien (Lerntechniken) kenne ich? Welche Strategien werden wie in meinem Unterricht thematisiert?

etc. (teilweise angelehnt an das Herder Institut)

Viel Spaß in der Praxis!

Formulare


Wie komme ich zum Zertifikat, wenn ich alle Voraussetzungen erfüllt habe?

Ihren DaF-/DaZ-Laufzettel und die Praktikumsbescheinigung werfen Sie bitte in den Briefkasten für das Zertifikat, sobald Sie alle Anforderungen erfüllt und alle Unterschriften etc. haben. Bitte machen Sie vorher Kopien. Ihre Angaben werden dann geprüft, und Sie können auf einem Aushang (Raum 3.113) ersehen, ab wann Sie das Zertifikat in der Sprechstunde von Prof. Hoffmann (Raum 3.114) abholen können. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 14 Tage.

Literaturhinweise und Links


Koordination, Beratung, Verantwortlichkeit

Koordination und Beratung: Bei Fragen kommen Sie bitte in die Sprechstunde von Tim Langenbach.

Verantwortlich: Prof. Dr. Ludger Hoffmann → Homepage:


Bildnachweis: © bobmorley/ STOCK.XCHNG, © Institut für deutsche Sprache und Literatur