BiSS - Experten für das Lesen. Eine schulentwicklungsorientierte Lehrerfortbildung für den Primar- und Sekundarbereich

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Zusammenfassung

Im Zentrum des Verbunds „Experten für das Lesen“ steht die gezielte, theoriegestützte und systematische Förderung der Lesekompetenz im Kontext medialer Lehr- und Lernumgebungen. Es geht vor allem darum, die medialen Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen der Kinder altersgerecht in den Blick zu nehmen und mit den vorhandenen technischen Möglichkeiten – auch zukunftsorientiert unter Bedingungen von „Bring your own Device“ – didaktisch differenziert Unterricht zu planen und durchzuführen. Lehrkräfte arbeiten dazu auf der Basis des erweiterten Textbegriffs und knüpfen an die im Schulalltag gegebenen Lerngelegenheiten und die Alltagswelt der Kinder an, um mit allen Medienformaten und –geräten das Textverständnis zu üben. Im Mittelpunkt steht dabei die Diagnose und Förderung der Lesefähigkeit und des Leseverständnisses. Medien stellen hierzu viele Möglichkeiten bereit – von der Nutzung fremden und Entwicklung eigenen Übungsmaterials (Hörbücher, Apps, Lernplattformen) bis hin zu digitalen Arbeitsformen wie Lernumgebungen und Wikis.

Zielsetzung

Ziel ist es, Medienbildung integriert (Wermke 1997, Frederking/Krommer/Maiwald 2008, Marci-Boehncke/Rath 2011) in Maßnahmen zur Leseförderung und nicht losgelöst als eigenen Themenbereich zu behandeln. Die Nutzung besonders der partizipativen Medien (Lernplattform, Wiki) ist derzeit aufgrund technischer aber auch didaktischer Kenntnisse und Erfahrungen vieler Lehrkräfte noch unterrepräsentiert (vgl. Telecom-Studie/Allensbach März 2013: Digitale Medien im Unterricht – Möglichkeiten und Grenzen, S. 8). Meist werden Medien zur Präsentation eingesetzt, weniger zur kreativen Arbeit. Didaktisch jedoch wird heute selbsterfahrendes Lernen gegenüber rein deduktiven Verfahren favorisiert. Die Lese- und Medienarbeit im Verbund „Experten für das Lesen“ wird nach den Prinzipien des „Reading Apprenticeship“ (Schönbach/Greenleaf/Cziko/Hurwitz 2006) geplant, wobei wechselseitige metakognitive Reflexion über den Lehr- und Lernprozess als Unterrichtsstrategie etabliert werden soll.

Diagnose und Förderkonzepte

Großflächige systematische Erhebungen zum Medieneinsatz an Schulen liegen noch nicht vor. Wichtige Orientierung bilden die nationalen Ergebnisse der internationalen IEA-Studie SITES Modul 2 (Schulz-Zander/Dalmer/Petzel et.al. 2003) sowie die Studie von Gysbers (2008). Das noch laufende Projekt „Medienbildung entlang der Bildungskette“ (Eickelmann 2011) macht deutlich, wo die Herausforderungen für die schulische Praxis liegen: es muss vor allem darum gehen, pädagogische Praxis und Technik sinnvoll miteinander zu verzahnen. Pädagogische Praxis in der Schule ist aber immer fachdidaktische Praxis. Insofern sind nicht nur allgemein-pädagogische Überlegungen wichtig, sondern die Fachinhalte – in dem Fall die Lesekompetenzförderung – bilden den Handlungs- und Erhebungsrahmen. Zur Förderung der Medienkompetenz wird auf der Basis des Konvergenzkonzepts von Jenkins (2010) gearbeitet und Medienhandeln (Schorb 2005) im Fachkontext (Marci-Boehncke 2002; 20013) zu etablieren gesucht.


Es arbeiten zwei Verbünde zusammen: im GS-und Sek 1-Bereich kooperieren je drei Schulen und die örtlichen Bibliotheken sowie die Medienberatung NRW mit dem Lehrstuhl Elementare Vermittlungs- und Anwendungsaspekte.

  • Den Grundschulverbund koordiniert Frau Eva von der Höh mit einer halben Lehrerabordnung bis 2017.
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